[shutterstock.com: 743834836, Africa Studio]
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Multi-Cloud-Infrastructure & Platform

Multi-Cloud erfordert ein Umdenken bei IT-Budgets

Der Multi-Cloud-Ansatz setzt sich zunehmend durch. Der Weg in die Multi-Cloud muss jedoch begleitet werden von einem Umdenken bei der Planung von IT-Budgets. Andernfalls können die Vorteile der Multi-Cloud nicht optimal ausgeschöpft werden.

Die Flexibilität der IT ist unverzichtbar für Unternehmen, die ihre Aufbau- und Ablauforganisation digitalisieren. Denn von der IT wird erwartet, dass sie den Wandel agil, flexibel und kosteneffizient mitgestaltet.

Dazu gehört, dass sie in der Lage ist, rasch auf Änderungen zu reagieren, Services bei Bedarf flexibel skalieren zu können, Innovationen zu unterstützen, Unternehmensprozesse zu optimieren und dafür zu sorgen, dass die Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Compliance und Datenschutz erfüllt sind.

   

Während sich die IT-Abteilungen den Anforderungen der Digitalisierung anpassen, wurden die Budget-Modelle in den meisten Unternehmen bislang noch nicht überarbeitet.

Strategische Modernisierung benötigt aber flexible Budgets und einen Shift hin zu mehr operativen Ausgaben (Opex). Für viele IT-Verantwortliche stellt dies einen Drahtseilakt dar. Denn eine Verringerung des Investitionsbudgets soll nicht mit einer Kürzung des Gesamtbudgets einhergehen.

Ziel ist es vielmehr, eine kosteneffizientere IT zu schaffen, ohne dass regelmäßig umfangreiche Investitionen in Budgets für Investitionen (Capex) zur Aktualisierung von Tools und Systemen erforderlich sind.

Nur mit einem ausreichenden Opex-Budget kann die IT die Erwartungen an sie auch hinreichend erfüllen. Neben den zahlreichen organisatorischen und technischen Herausforderungen, die mit der Umsetzung eines Multi-Cloud-Ansatzes einhergehen, ist das Budget-Modell ein nicht zu unterschätzender Hemmschuh in vielen Unternehmen.

Traditionellerweise wird das IT-Budget für Investitionen (Capex) und operative Ausgaben (Opex) geplant. In der Vergangenheit war stets eine Erhöhung der Investitionskosten notwendig, wenn Veränderungen in der IT anstanden.

Die IT-Ausstattung, z. B. Server und Software, wurde gekauft, die Kosten dafür über Jahre hinweg abgeschrieben. Dagegen wurde das Budget für die Betriebskosten zumeist gering gehalten, wenn nicht sogar jährlich gekürzt. In der Cloud-Welt ändert sich das grundlegend. Denn Cloud-Kosten sind Opex-Kosten.

Bis 2019 wird der Anteil der Unternehmen, die einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgen, auf 70 Prozent steigen – prognostiziert die Gartner Studie „Market Trends: Multi-Cloud Usage Will Drive Cloud Management Platform Growth“[1]. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die höhere Flexibilität, die die Multi-Cloud bietet.

Sie eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, sich für die jeweils optimale Lösung zu entscheiden. Denn es gibt keine Cloud-Lösung, die sich für alle Anforderungen eines Unternehmens eignet.

In der Multi-Cloud können mehrere Cloud-Dienste in einer gemeinsamen Cloud zusammengefasst werden. Kombinierbar sind sowohl mehrere öffentliche Cloud-Lösungen als auch eine Private Cloud mit Public-Cloud-Modellen. Dennoch erscheint dem Anwender die Kombination aus mehreren Cloud-Diensten und –Plattformen wie eine einzige große Cloud.

Kein Unternehmen wird sein Budget-Modell von heute auf morgen komplett umkrempeln. Gelingen kann der Wechsel des Budgetansatzes dennoch, wenn z. B. Jahr für Jahr ein bestimmter Prozentsatz des Capex-Budgets dem Opex-Budget hinzugefügt wird.

Notwendig sind aber eine gute Planung und eine umfassende Orchestrierung der Multi-Cloud. Denn mit der Budget-Bereitstellung und –flexibilisierung geht logischerweise auch weiterhin die Erwartung einher, dass dieses Budget effizient von der IT eingesetzt wird.

Das heißt, die Verantwortlichen müssen auch die Nachteile der Multi-Cloud im Griff haben: steigende Komplexität und höherer Verwaltungsaufwand durch die höhere Anzahl an Anbietern; höhere Fehleranfälligkeit durch die steigende Anzahl an Schnittstellen; kein einheitlicher Datenschutz- und Sicherheitsansatz, weil die verschiedenen Anbieter in der Regel unterschiedliche Konzepte anwenden; und  Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Lizenzbestimmungen, da verschiedene Anbieter unterschiedliche Lizenzmodelle haben.

[1] https://www.gartner.com/doc/reprints?id=1-4KKGOTA&ct=171115&st=sb%3fsrc=so_5703fb3d92c20&cid=70134000001M5td

Kuratiert von Peter M. Färbinger

Markus Schäfer, Matrix42

Markus Schäfer ist Product Manager Cloud & Mobile bei Matrix42.

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