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Multi-Cloud-Infrastructure & Platform

Cloud Commodity versus Multi Cloud

Die Cloud ist heute Commodity. Cloud Services und Cloud-Technologie haben sich in den Unternehmen in Form von Public Cloud und Private Cloud längst etabliert. Mit der Multi Cloud existiert der nächste Evolutionsschritt auf dem Weg zur nahtlosen und automatisierten Bereitstellung von IT-Ressourcen und Businessplattformen.

In den vergangenen Jahren wurden in rascher Folge Technologien, Lösungsansätze, Frameworks und Deployment-Modelle neu entwickelt und optimiert. Sie verfügen über ein großes Potential zur Verbesserung der internen Prozesse, zur Erhöhung der Profitabilität oder auch zur Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen.

Um detaillierte Einblicke in die aktuellen Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in puncto Cloud Computing zu erhalten, hat IDC im August 2018 in Deutschland IT- und Fachentscheider aus 200 Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. Alle befragten Unternehmen haben sich umfassend mit Cloud Services und Cloud-Technologie beschäftigt.

   

Die Cloud ist längst fester Bestandteil der IT- und der Unternehmensstrategie. Der Status von Cloud Computing in Deutschland kann eindeutig als etabliert bewertet werden.

Cloud ist in 90 Prozent der befragten Unternehmen verankert, entweder als Bestandteil der IT-Strategie oder sogar als Teil der Unternehmensstrategie. Nahezu die Hälfte der Firmen hat die Cloud-Strategie in die Unternehmensstrategie integriert.

Das ist ein klarer Beleg für die enge Verzahnung von Cloud Computing und Business. Denn für die Umsetzung der hochgradig komplexen Geschäftsprozesse in digitalen Ökosystemen kommt eine Vielzahl von Anwendungen und Diensten zum Einsatz, die agile, skalierbare und automatisiert bereit gestellte Ressourcen, Systeme und Anwendungen erfordern. Hierfür stellt die Cloud die passenden Tools bereit.

Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen setzt die Cloud in mehr als einem Anwendungsfall bzw. einer Workload ein. Je nach Anforderung an die Compliance, die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit oder Agilität der Anwendungsfälle wird sich die Nutzung der verschiedenen Deployment-Modelle weiter intensivieren.

Vor allem datengetriebene Anwendungen wandern flächendeckend in die Cloud. In den nächsten zwölf Monaten planen beispielsweise 91 Prozent der Unternehmen Big Data, 87 Prozent Business Intelligence und Data Warehousing und ebenfalls 87 Prozent Enterprise-Anwendungen (ERP und CRM) hauptsächlich in der Cloud (Public, Private Cloud im Provider Data Center oder Private Cloud im eigenen Data Center) zu betreiben.

Das sind vorrangig solche Workloads, die skalierbare Ressourcen benötigen. Cloud Computing in seinen unterschiedlichen Facetten hat sich unter anderem durchgesetzt, weil es die Fragen nach Compliance, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit, Agilität und Kundenzufriedenheit beantwortet hat.

Cloud Computing stellt aber auch bisherige IT-Architekturkonzepte in Frage. Das Abbilden der klassischen IT-Silos in der Cloud verschenkt extrem viel Potential. Multi Clouds sind daher ein vielversprechender Ansatz für das Infragestellen und Aufbrechen existierender IT-Infrastrukturen.

Analog der Geschäftsmodelle der Unternehmen entwickeln sich die IT-Umgebungen ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit weiter. Die Cloud ist also immer häufiger die erste Wahl.

Für die Einführung neuer IT-Lösungen evaluieren die befragten Unternehmen immer gezielter Cloud-Lösungen. 23 Prozent prüfen zunächst regelmäßig, ob für den relevanten Anwendungsfall eine Lösung in der Cloud verfügbar ist.

Weitere 39 Prozent evaluieren Cloud- und Non-Cloud-Lösungen auf gleicher Augenhöhe. IDC erwartet, dass sich der Cloud-First-Approach in den kommenden 12 bis 24 Monaten noch weiter durchsetzen wird.

Die hohe Attraktivität der Multi Cloud basiert auf einer übergreifenden, integrierten und automatisierten Bereitstellung von IT-Ressourcen und Businessplattformen, beispielsweise interner Data Center Services und externer Cloud Services.

Allerdings ist die Nutzung einer Multi Cloud kein Selbstläufer, sondern vielmehr eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe. Und nach wie vor existieren unterschiedliche Definitionen der Multi Cloud: Aus Sicht von IDC kann man dann von einer Multi Cloud sprechen, wenn entweder zwei Services derselben „Cloud-Typen“ von der IT integriert angeboten werden, einschließlich Monitoring und Compliance, oder Off-premises Anwendungen sich ad hoc per API mit On-premises Anwendungen verbinden lassen.

Immerhin 44 Prozent der Befragten teilen die Sichtweise von IDC auf die Multi Cloud. Die verbleibenden 56 Prozent verstehen unter der Multi Cloud die Nutzung der Cloud-Services-Angebote unterschiedlicher externer Cloud Provider, eine Nutzung verschiedener Cloud-Deployment-Modelle, d. h. Public und Private Cloud oder bei Bedarf die Bereitstellung von Infrastruktur-Kapazitäten aus einem definierten Private Cloud Pool in einen Public Cloud Pool.

Multi Clouds sind hierzulande ohne Frage noch ein junges Thema. Daraus ergeben sich viele Fragen mit Blick auf die effiziente Steuerung unterschiedlicher Cloud-Provider und Cloud Services und bei der Um- und Neugestaltung der IT-Organisation, der Technologie, der Architektur und von Prozessen.

Dies sind Disziplinen, die die Anwenderunternehmen nicht allein stemmen können. Hier sieht IDC auch und vor allem die Anbieter jeglicher Couleur von Lösungen für die Multi Cloud in der Pflicht, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Organisationen dort abzuholen, wo sie auf ihrer Cloud Journey stehen.

Cloud Computing hat die Disruption der Nutzung von IT erfolgreich eingeleitet und wird sie Hand in Hand mit anderen technologischen Entwicklungen weiter vorantreiben. Nachdem sich zunächst Provider und Rechenzentrumsanbieter mit dem Thema beschäftigt haben, evaluieren zahlreiche Unternehmen nun zunehmend die Möglichkeiten von Multi Clouds auf Basis einer zentralen Cloud-Plattform.

Allerdings nutzen derzeit gerade einmal 15 Prozent der Befragten eine Multi Cloud. Unter Berücksichtigung dessen, dass ausschließlich Unternehmen mit Cloud-Aktivitäten befragt wurden, klingt diese Zahl zunächst nicht beeindruckend. Dies wird sich aber in den nächsten 12 bis 24 Monaten deutlich wandeln.

60 Prozent der befragten Unternehmen planen im vorgenannten Zeitfenster, Multi Clouds produktiv zu nutzen. Diese Zahl belegt eindeutig, dass Multi Cloud ein Thema von heute und nicht erst von übermorgen ist.

Herausfordernde und hinderliche Aspekte sind immer noch die hohe Komplexität sowie unklare Prozesse. IDC hört in Gesprächen mit IT-Verantwortlichen immer wieder, dass die Technologie für Private Clouds und Hybrid Clouds weitgehend verstanden worden ist.

Der wahre Knackpunkt liegt somit in der Beherrschung der vielfältigen Prozesse. Dabei geht es um die passenden Betriebsmodelle, ausreichende Sicherheit und Compliance, Kostentransparenz, die Nutzerverwaltung und eine effiziente Orchestrierung von Cloud Services.

Viele dieser Aspekte werden durch die vorliegende Befragung noch einmal bestätigt. Ein weiterer Punkt, der offenkundig eine Herausforderung darstellt, ist die Frage, wie die IT-Organisation künftig aufgestellt sein soll und welche Aufgaben die einzelnen IT-Mitarbeiter in der Multi Cloud übernehmen sollen.

Die IDC Studie zeigt deutlich: Die Cloud ist Commodity. Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass die Unternehmen die Frage nach dem „ob“ längst entschieden haben. Viele Firmen sind bereits einen entscheidenden Schritt weiter und haben definiert, welche Cloud Services und welche Cloud Technologie für welchen Anwendungsfall genutzt werden bzw. genutzt werden sollen.

Die Bandbreite der Einsatzszenarien ist groß und umfasst alle IT-Ressourcen eines Unternehmens: Während sich Standardanwendungen mit geringem Aufwand aus der Cloud nutzen lassen, bleibt die Überführung von unternehmenskritischen Anwendungen in die Cloud weiterhin eine anspruchsvolle Aufgabe.

Kuratiert von Peter M. Färbinger

Eine Zusammenfassung der aktuellen IDC-Studie können Anwenderunternehmen kostenfrei hier anfordern.

Matthias Zacher, IDC

Matthias Zacher ist seit 2011 bei der IDC Central Europe GmbH tätig. In seiner Funktion als Manager Research & Consulting leitet er kundenspezifische Consulting-Projekte und verfasst Marktstudien. Herr Zacher konzentriert sich auf den deutschen und den Schweizer Markt für Enterprise Business Software und Infrastruktur Software sowie Cloud Computing, IT-Architekturen, DevOps, IT-Security, Big Data und den Channel bzw. das Partnergeschäft von IT-Herstellern und Providern. Diese Themen bearbeitet er im engen Austausch mit Anbietern, Partnern und Endanwendern von Informations- und Telekommunikationstechnologie und -Services sowie IDCs weltweitem Analystennetzwerk. Der ausgewiesene Fachmann verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Analyse und Bewertung des IT Marktes, u.a. als Senior Advisor der Experton Group und IT-Services Consultant bei dem internationalen IT-Analysten Meta Group. Herr Zacher veröffentlichte in seiner bisherigen Karriere zahlreiche Studien und Reports, verfasst regelmäßig Beiträge für die einschlägige Fachpresse und ist ein geschätzter sowie wie vielzitierter Experte in den Medien. Herr Zacher besitzt einen Abschluss als Magister der Humboldt-Universität zu Berlin in den Fächern Informationswissenschaft und Neue Geschichte.

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