[shutterstock.com: 150495089, jesadaphorn]
[shutterstock.com: 150495089, jesadaphorn]
Da Vinci Universe

Die Schere der digitalen Transformation geht weiter auseinander

Entscheider bewerten die Auswirkungen von KI, IoT, Predictive Analytics und Blockchain auf Wirtschaft und Gesellschaft – aber Kosten, Sicherheit und Fachkräftemangel bremsen die Transformation aus

“The Cycle of Progress”, eine Studie von Tata Communications zeigt, dass Führungskräfte die digitale Transformation ihrer Organisation deutlich anders einschätzen als ihre Manager, die die neuen Technologien implementieren.

Demnach sind die Entscheidungsträger in Europa und Nordamerika optimistischer, was das Potenzial digitaler Lösungen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu ihren Wettbewerbern in Asien und dem Mittleren Osten betrifft.

Anzeige

 
 

Dennoch erweisen sich die vermeintlich hohen Innovationskosten, der Mangel an Fähigkeiten und die Gefahr von Cyberangriffen als große Hindernisse für die digitale Transformation weltweit.

„‘The Cycle of Progress‘ ist ein Weckruf für Unternehmen. Es wird klar, dass es eine Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität gibt, die mit der zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit zwischen den verschiedenen Ebenen in Unternehmen entsteht“

sagt Srinivasan CR, Chief Digital Officer bei Tata Communications.

„Diese Diskrepanz zeigt, dass Geschäftsführer und Leiter von Geschäftseinheiten den CEO besser über alle Herausforderungen informieren müssen, vor denen sie bei der Einführung neuer Technologien wie IoT und KI stehen.

CEOs sollten ihren Teams mehr Fragen stellen und sich nicht vom Hype der digitalen Transformation mitreißen lassen. Dieser Reality-Check wird Unternehmen dabei helfen, das Beste aus den neuesten technologischen Innovationen zu machen, um neue Kundenerlebnisse zu schaffen und ihre Betriebsabläufe neu aufzustellen.”

Die halbjährliche Studie zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit und das Potenzial digitaler Infrastruktur in der globalen digitalen Wirtschaft zu bewerten, indem sie die Ansichten der Entscheidungsträger über neue Technologien verfolgt.

Unabhängig davon, wo sich ihr Unternehmen auf seinem Weg der digitalen Transformation befindet, sind die Entscheidungsträger fest auf die positiven Auswirkungen der Technologie ausgerichtet.

Laut “The Cycle of Progress” sehen sie einen “signifikanten” positiven Einfluss von IoT (48%), Predictive Analytics (43%) und AI (43%). Interessant ist, dass Entscheider im Europa und den USA dazu neigen, die KI weniger optimistisch zu sehen als ihre asiatischen Kollegen.

So bewerten beispielsweise Entscheidungsträger in Deutschland die positiven Auswirkungen der KI als nur gering (41%), bis hin zu gar keinen oder sogar negativen Auswirkungen an (29%), während indische Entscheidungsträger sie als signifikant oder leicht positiv sehen (95%).

„Trotz der Panikmache einiger, dass Menschen und Roboter nicht nebeneinander existieren können, zeigt unsere Studie gerade im internationalen Vergleich, dass sich Wirtschaftsführer weltweit auf die positiven Auswirkungen technologischer Innovationen konzentrieren”

so Srinivasan CR weiter.

„Und während die KI-Hype-Maschine vielleicht in einen Overdrive gerät, scheint es, dass Unternehmen derzeit sowohl IoT als auch Predictive Analytics als größere Treiber der digitalen Transformation bewerten als die neuen Anwendungen der KI, von denen wir so viel hören.”

Der „Cycle of Progress“ deutet darauf hin, dass einige Technologien weltweit in großen und kleinen Unternehmen allgegenwärtig werden. IoT (53% weltweit, 43% in Deutschland), Predictive Analytics (51%, 37% in Deutschland), KI (46%, 41% in Deutschland) und Blockchain (44%, 36% in Deutschland) sind die am weitesten verbreiteten Technologien in den Unternehmen der Befragten, wobei Vertrieb und Marketing sowie Kundenservice bei der Nutzung dieser Technologien weiter vorne liegen als Finanzen, Personal und Recht.

Interessant ist, dass deutsche Unternehmen dieselben Prioritäten setzen wie ihre internationale Konkurrenz, aber bei den rohen Zahlen in der Implementierung noch zurückliegen. Gerade Entscheidungsträger in Asien und im Nahen Osten ziehen aus dem Einsatz dieser Technologien größere Vorteile als in Europa und Nordamerika.

So haben beispielsweise 41% der Entscheidungsträger in Singapur neue Einnahmequellen durch den Einsatz von IoT gesehen, verglichen mit nur 24% derjenigen in Deutschland und 19% in Großbritannien.

Die Probleme, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien ergeben, sind universell. So geben beispielsweise 38% der Befragten in Nordamerika und 36% der Befragten in Indien an, dass sie nach der Einführung der KI Sicherheitsprobleme hatten – gegenüber nur 19% bei deutschen Unternehmen.

Auch in den gesellschaftlichen Auswirkungen geben sich die Befragten weltweit enthusiastischer als Hierzulande: Sie sagen voraus, dass KI (72%, Deutschland 63%), Predictive Analytics (73%, Deutschland 55%), Blockchain (65%, Deutschland 54%) und IoT (75%, Deutschland 69%) eine positive gesellschaftliche Wirkung haben können, die über ihr eigenes Geschäft hinausgeht.

 

Kuratiert von Peter M. Färbinger

leonardo.report

Das Zukunftsmagazin der SAP®-Community zur digitalen Transformation.

Kommentar hinzufügen

Hier klicken um zu kommentieren

Ich akzeptiere